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HVO: Temporäre Energiesteuersenkung geplant
HVO: Temporäre Energiesteuersenkung geplant
Hamburg, 22 April (Argus) — Der aktuelle Gesetzesentwurf zur vorübergehenden Energiesteuersenkung umfasst neben fossilen Kraftstoffen auch HVO. Inverkehrbringer von HVO planen somit die Absenkung der Energiesteuer nach Inkrafttreten des Gesetzes an Endkunden weiterzugeben. Im Markt besteht jedoch weiterhin Unsicherheit über die praktische Umsetzung, da Inverkehrbringer auf eine formelle Bestätigung der zuständigen Hauptzollämter warten. Im HVO-Markt herrschte zuletzt Uneinigkeit darüber, ob die von der Bundesregierung geplante Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe um 14,04 €/100l auch für HVO gilt. Mehrere Marktteilnehmer gaben gegenüber Argus an, dass sie zunächst davon ausgehen, dass die Maßnahme ausschließlich auf eine Entlastung der Grundversorgung mit konventionellen Kraftstoffen abziele und somit nicht auf HVO zutreffe. Im Entwurf des entsprechenden Gesetzes ist jedoch unter anderem von Gasölen der Unterpositionen 2710 19 43 die Rede, womit neben konventionellem Dieselkraftstoff auch HVO steuerlich einbezogen wird. Dementsprechend würde die geplante Absenkung der Energiesteuer auch beim Inverkehrbringen von HVO zur Geltung kommen. Inverkehrbringer geben allerdings gegenüber Argus an, dass sie weiterhin auf die Bestätigung der jeweils regional zuständigen Hauptzollämter warten, bevor die Steuersenkung in der Preisgestaltung berücksichtigt werden kann. Bis dahin bestehe trotz der Formulierung im Gesetzesentwurf noch keine vollständige Rechtssicherheit über die steuerliche Behandlung von HVO. Würde HVO von der Steuersenkung ausgeschlossen werden, hätte dies nach Einschätzung von Marktteilnehmern wieder einen deutlichen Anstieg des Preisaufschlags gegenüber B7-Diesel zur Folge und würde die Nachfrage stark reduzieren. In den vergangenen Wochen kam es im Zuge des Iran-Kriegs zu einem Preisanstieg von konventionellem Diesel, wodurch der Aufschlag von HVO auf ein historisches Tief gesunken ist (siehe Grafik). Von Marcel Pott Preisaufschlag HVO zu B7-Bundesschnitt Senden Sie Kommentare und fordern Sie weitere Informationen an feedback@argusmedia.com Copyright © 2026. Argus Media group . Alle Rechte vorbehalten.
Hohe Prämien für Rohöl drücken Raffineriemargen
Hohe Prämien für Rohöl drücken Raffineriemargen
Hamburg, 15 April (Argus) — Seit Beginn der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran fehlen große Mengen Rohöl auf dem Weltmarkt. Durch zunehmende Konkurrenz um die verbleibenden Volumen steigen seit Anfang April auch in Europa die Prämien für physisches Rohöl, was die Raffineriemargen unter Druck setzt. Inzwischen erwägen verschiedene Raffineure, ihren Durchsatz vorübergehend zu senken. Laut der Internationalen Energie Agentur (IEA) ist das globale Angebot von Rohöl und Ölprodukten durch den Krieg in Nahost und die daraus resultierende Störung der weltweiten Produktströme um etwa 10,1 Mio. bl/Tag eingebrochen. Europas Abhängigkeit von Importen aus dem Nahen Osten beschränkt sich zum großen Teil auf raffinierte Produkte wie Diesel und vor allem Kerosin. Entsprechend profitierten europäische Raffineriebetreiber im März noch von der besonderen Situation, dass sie vergleichsweise günstig eingekauftes Rohöl zu Produkten wie Diesel oder Kerosin umwandeln konnten, deren Verkaufswert bereits deutlich angestiegen war. BP und Shell haben beispielsweise angekündigt, dass sie angesichts der vorübergehend hohen Raffineriemargen für das erste Quartal 2026 insbesondere im Ölhandel mit außergewöhnlich guten Ergebnissen rechnen. Seit Ende März müssen europäische Käufer aber zunehmend mit asiatischen Käufern um Rohölsorten aus dem Atlantikbecken konkurrieren. Inzwischen steigen deshalb in Europa die Prämien für die Lieferung von physischem Rohöl gegenüber Rohöl-Futureskontrakten deutlich an (siehe Grafik). Dies verteuert den Rohöleinkauf für hiesige Raffineriebetreiber und drückt entsprechend auf die Raffineriemargen. Vergleicht man beispielsweise Preise für Diesel- und Benzincargos mit dem Rohöl-Benchmark North Sea Dated, sind die rechnerischen prompten Raffineriemargen zuletzt deutlich rückläufig und fielen für Benzin sogar in den negativen Bereich (siehe Grafik). Gleichzeitig sind auch globale Gaspreise durch den Konflikt in Nahost deutlich angestiegen, was zeitgleich zu den schwachen Margen auch die Betriebskosten von Raffinerien erhöht.Entsprechend erwägen erste Raffineure in Europa eine Verringerung des Rohöldurchsatzes; vor allem im Mittelmeerraum, wo der Markt noch stärker von Importen aus Nahost abhängig ist, als in Nordwesteuropa. Sollte sich der Trend steigender Prämien für physisches Rohöl fortsetzen und gleichzeitig die Nachfrage weiter einbrechen , könnte es zu weiteren Kürzungen beim Rohöldurchsatz in Europa kommen. Was nun in Europa passiert, zeichnete sich unmittelbar nach Beginn des Iran-Kriegs bereits in Asien ab: Asiatische Länder importieren traditionell große Mengen Rohöl aus der Golf-Region: Vier Fünftel der Rohölvolumen, die durch die Straße von Hormus transportiert werden, fließen in Richtung Asien. Entsprechend groß und unmittelbar war dort der Effekt auf die Raffinerielandschaft. Prämien für physisches Rohöl stiegen durch die Verknappung des Angebots deutlich an und belasteten so die Raffineriemargen. Asiatische Raffineure verringerten in Reaktion darauf bereits im März ihre Durchsätze und suchten gleichzeitig nach zusätzlichen Rohölvolumen auf dem Weltmarkt, um den Einbruch der Exporte aus der Krisenregion zu kompensieren. Hierbei waren insbesondere Rohölsorten aus dem Atlantikbecken Ende März preislich sehr attraktiv im Vergleich zu Nahost-Benchmarks. Weltweit wird der Rohöldurchsatz durch schwache Margen laut der IEA im April auf 77,2 Mio. bl/Tag fallen, nach 79,6 Mio. bl/Tag im März und 83 Mio. bl/Tag vor dem Krieg im Nahen Osten. Von Johannes Guhlke North Sea Dated physisch versus Rohöl-Benchmark North Sea Dated Senden Sie Kommentare und fordern Sie weitere Informationen an feedback@argusmedia.com Copyright © 2026. Argus Media group . Alle Rechte vorbehalten.
Importe: ICE volatil, Hormus-Lage weiter unklar
Importe: ICE volatil, Hormus-Lage weiter unklar
Hamburg, 9 April (Argus) — Die ICE Gasoil Futures gaben Mitte KW 15 nach, nachdem sich die USA und Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt hatten. Da die Situation in der Straße von Hormus unklar bleibt, gingen die Futures am 9. April erneut nach oben. Mögliche zusätzliche Gasölankünfte aus den USA in ARA dürften eine potenzielle Verknappung in den kommenden Wochen teilweise abfedern. Der ICE Gasoil Frontmonat April stieg am 9. April gegenüber dem Settlement des Vortags erneut um 12 % auf 1402,25 $/t, nachdem der Kontrakt am Vortag insbesondere infolge der Waffenruhe-Ankündigung im Iran-Konflikt um 20 % gegenüber dem Vortag gefallen war. Dabei ist die Volatilität weitestgehend der Unklarheit der Frage der Straße von Hormus geschuldet. Denn trotz positiver politischer Signale hat der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus seit der Ankündigung der Waffenruhe noch nicht spürbar zugenommen. Reeder warten weiterhin auf Klarheit zu Sicherheitsauflagen und Versicherungsschutz für Transits. Laut Vortexa sind derzeit keine Verladungen für westliche Regionen aus dem Persischen Golf geplant. Diese Unsicherheit belastet den Importmarkt. Hohe Importkosten und eine ausgeprägte Backwardation von über 100 $/t wenige Tage vor dem Auslaufen des April-Kontrakts der ICE Gasoil Futures halten Importeure zurück. In einer Backwardation bezahlen Käufer einen Aufschlag für prompte Abholung gegenüber späterer Verladung. In Norddeutschland wurden im April bislang nur begrenzte Volumina aus den Niederlanden und Skandinavien angeliefert. Und auch Importe über den Rhein aus dem Handelszentrum Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) sind derzeit nicht zuletzt angesichts der hohen Backwardation wenig attraktiv (siehe Grafik). Entsprechend sei die Nachfrage nach Schiffsraum weiter schwach, so Reeder. Gleichzeitig zeichnen sich in ARA Ausgleichsmengen für ausbleibende Volumina aus dem Nahen Osten ab. Zwischen dem 16. April und dem 10. Mai werden laut vorläufigen Vortexa-Daten aus den USA Gasöl Cargos mit insgesamt 257.100 t erwartet. Das wären die höchsten US-Mengen seit Dezember 2024, was die Sorge vor einer physischen Knappheit zumindest dämpfen könnte. Von Marc Hauschild Importparitäten aus ARA nach Senden Sie Kommentare und fordern Sie weitere Informationen an feedback@argusmedia.com Copyright © 2026. Argus Media group . Alle Rechte vorbehalten.
Europas Spritmaßnahmen zeigen unterschiedliche Effekte
Europas Spritmaßnahmen zeigen unterschiedliche Effekte
Hamburg, 9 April (Argus) — Seit spätestens Anfang April haben zahlreiche europäische Länder Maßnahmen eingeführt, um die stark gestiegenen Kraftstoffpreise infolge des Irankriegs abzufedern. Die Eingriffe reichen von Steuersenkungen und Preisdeckeln bis hin zu regulatorischen Anpassungen und der Freigabe strategischer Reserven. Die Ausgestaltung unterscheidet sich jedoch erheblich — mit entsprechend unterschiedlichen Effekten auf die Endverbraucherpreise für Diesel, Benzin und Heizöl. Ein Vergleich der Verbraucherpreise des Weekly Oil Bulletin der Europäischen Kommission vom 30. März und 6. April zeigt, dass staatliche Eingriffe kurzfristig zwar dämpfend wirken können, die Effekte jedoch stark vom jeweiligen Maßnahmenpaket abhängen. Dies bestätigte sich auch nach rund sechs Wochen Irankrieg, als das Preisniveau im Vergleich zum 23. Februar in allen Ländern weiterhin erhöht blieb. Polen: Eingriffe zeigen klaren Preiseffekt Polen sticht im europäischen Vergleich deutlich hervor. Zwischen dem 30. März und dem 6. April sanken die Endverbraucherpreise für Diesel um rund 11 %, für Super 95 sogar um etwa 15 %. Damit verzeichnete Polen als eines der wenigen Länder in diesem Zeitraum einen klaren Rückgang der Kraftstoffpreise (siehe Grafik). Der Preisrückgang fällt zeitlich mit einem umfassenden staatlichen Maßnahmenpaket zusammen . Warschau senkte Ende März sowohl die Verbrauchsteuer als auch die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe und führte zusätzlich einen befristeten Mechanismus zur Begrenzung der Einzelhandelspreise ein. Die festgelegten Höchstpreise lagen im Durchschnitt rund 15 % unter dem vorherigen Marktniveau. Die Daten deuten darauf hin, dass die Kombination aus steuerlichen Entlastungen und direkter Preisregulierung unmittelbar bei den Verbrauchern ankam. Ein Unternehmen mit Tankstellen an der deutsch-polnischen Grenze berichtet, dass im Zuge der gestiegenen Kraftstoffpreise in Deutschland der sogenannte "Tanktourismus" deutscher Autofahrer nach Polen deutlich zugenommen hat. Begrenzte Preisreaktionen trotz politischer Eingriffe In mehreren westeuropäischen Ländern fiel die Preisentwicklung bei Diesel und Benzin zwischen dem 30. März und dem 6. April vergleichsweise moderat aus, darunter insbesondere Frankreich und Italien. Die Verbraucherpreise stiegen dort zwar weiterhin, die Wochenveränderungen blieben jedoch deutlich geringer als in Ländern ohne direkte Eingriffe oder mit zeitlich verzögerten Maßnahmen. In Frankreich verteuerte sich Diesel im Wochenvergleich um rund 2 %, Super 95 um etwa 1 %. Die Entwicklung fiel in eine Phase, in der Regierung und Industrie auf eine Kombination aus freiwilligen Preisbegrenzungen, regulatorischen Anpassungen und Angebotsausweitungen setzten. Italien verzeichnete ähnliche Bewegungen: Diesel legte um rund 3 % zu, Super 95 um etwa 2 %, nachdem Rom Mitte März ein Dekret zur pauschalen Senkung der Zapfsäulenpreise beschlossen hatte. In Österreich stieg der Dieselpreis um rund 1 %, während Super 95 im Wochenvergleich sogar um etwa 5 % nachgab. Österreich reduziert seit Anfang April die Steuer für Diesel und Benzin um 5 ct/l. Im Unterschied zu Polen, wo steuerliche Entlastungen, Mehrwertsteuersenkungen und ein expliziter Mechanismus zur Begrenzung von Einzelhandelspreisen zeitlich zusammenfielen und unmittelbar zu sinkenden Preisen führten, wirkten sich die Maßnahmen in Frankreich und Italien bislang lediglich dämpfend auf den Preisanstieg aus. Ein klarer Rückgang der Kraftstoffpreise wie in Polen blieb dort aus. Diese Gegenüberstellung unterstreicht, dass Art und Eingriffstiefe der Maßnahmen entscheidend für die kurzfristige Preiswirkung sind: Während Polen direkt in die Preisbildung eingreift, begrenzen andere Länder bislang vor allem die Dynamik, ohne den allgemeinen Aufwärtstrend vollständig umzukehren. Weiter steigende Preise trotz Maßnahmen In anderen Ländern stiegen die Kraftstoffpreise trotz politischer Ankündigungen weiter. In Deutschland verteuerten sich Diesel und Super 95 zwischen dem 30. März und dem 6. April um rund 6 % beziehungsweise 5 %. Zwar wurden Maßnahmenpakete beschlossen und die Freigabe nationaler Ölreserven angekündigt, konkrete steuerliche Entlastungen griffen jedoch erst später. Entsprechend zeigte sich kurzfristig kaum preisdämpfende Wirkung. Auch in Dänemark legten die Kraftstoffpreise weiter zu. Dort beschränkten sich die bisherigen Schritte auf die Teilnahme an der koordinierten IEA-Freigabe von Ölprodukten, während nationale fiskalische Eingriffe bislang ausblieben. Sechs Wochen nach Kriegsbeginn bleibt hohes Preisniveau Im längerfristigen Vergleich zeigt sich, dass Diesel und Benzin am 6. April in allen betrachteten Ländern weiterhin deutlich über dem Niveau vom 23. Februar lagen, also vor Beginn des Irankriegs (siehe Grafik). Selbst in Ländern mit sichtbaren kurzfristigen Entlastungseffekten wie Polen konnte der kriegsbedingte Preisschub bislang nur teilweise kompensiert werden. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass sich die europäischen Mitteldestillatpreise eng an der Entwicklung der ICE Gasoil Futures als maßgeblichem Wiederbeschaffungswert orientieren und sich nur begrenzt von diesen entkoppeln können. Der ICE Frontmonat für Gasoil notierte am 7. April mehr als doppelt so hoch wie kurz vor Beginn des Irankriegs. Die Daten unterstreichen entsprechend, dass nationale Maßnahmen zwar kurzfristige Preisbewegungen beeinflussen können, der grundsätzliche Aufwärtsdruck jedoch weiterhin von den internationalen Rohöl- und Produktmärkten ausgeht. Zeitpunkt, Umfang und Eingriffstiefe der Maßnahmen bleiben entscheidend für ihre Wirksamkeit. Heizöl nur begrenzt entlastet Im Gegensatz zu Kraftstoffen profitierten Heizölpreise deutlich weniger von staatlichen Eingriffen. In vielen Ländern legten sie auch zuletzt weiter zu, selbst dort, wo Diesel- und Benzinpreise stabil blieben oder sanken (sieh Grafik). Dies spiegelt wider, dass sich die meisten Maßnahmen gezielt auf den Verkehrssektor konzentrieren und der Heizölmarkt stärker dem internationalen Angebots- und Preisdruck ausgesetzt bleibt. Von Marc Hauschild und Gabriele Zindel Endverbraucherpreise 6. April vs. 30. März Endverbraucherpreise 6. April vs. 23. Februar Senden Sie Kommentare und fordern Sie weitere Informationen an feedback@argusmedia.com Copyright © 2026. Argus Media group . Alle Rechte vorbehalten.
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