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01.04.26

Politik fordert mehr Produktion stützt aber auch Konsum

Politik fordert mehr Produktion stützt aber auch Konsum

Hamburg, 1 April (Argus) — Die Europäische Kommission hat empfohlen, dass "nicht-notwendige Raffineriewartungen" in Europa verschoben werden könnten und rief zur Kraftstoffeinsparung auf. Marktteilnehmer geben jedoch zu Bedenken, dass bereits getroffene staatliche Markteingriffe zur Begrenzung von Preisanstiegen für Endverbraucher dazu führen, dass die Nachfrage künstlich gestützt wird. Dies würde insbesondere für Diesel zu einem erhöhtem Importbedarf führen, was die preisreduzierenden Maßnahmen wieder wettmachen könnte. Die EU fordert die Mitgliedstaaten auf, sich auf eine "möglicherweise lang andauernde Störung" der Versorgung mit Ölprodukten vorzubereiten, die aus dem US-israelischen Krieg gegen den Iran und der damit verbundenen faktischen Schließung der Straße von Hormus resultiert. Energiekommissar Dan Jorgensen sagte den Energieministern, dass die Mitgliedstaaten in der aktuellen Situation Maßnahmen vermeiden sollten, die den Kraftstoffverbrauch erhöhen, den freien Fluss von Ölprodukten einschränken oder die Raffinerieproduktion in der EU behindern. Dem gegenüber stehen aber aus Perspektive von Marktteilnehmern die faktischen Markteingriffe, die auf nationaler Ebene von vielen europäischen Staaten bereits beschlossen wurden, die einen Rückgang der Nachfrage verhindern. Ein verstärkter Einsatz von Biokraftstoffen könne fossile Kraftstoffe ersetzen und den Druck auf die Märkte mindern, so Jorgensen. Gleichzeitig forderte er Maßnahmen zur Begrenzung der Nachfrage, insbesondere im Verkehrssektor. Beispielsweise werden die USA heimischen Raffinerien und Kraftstoffhändlern ab Mai in einigen Bundesstaaten erlauben, eine Benzinmischung mit einem höheren Ethanolanteil als üblich zu verkaufen, und darüber hinaus weitere Kraftstoffregeln aussetzen — ebenfalls als Reaktion auf die stark gestiegenen Spritpreise infolge des Krieges im Nahen Osten. Argentinien hat ähnliche Maßnahmen beschlossen, und auch Länder im asiatisch-pazifischen Raum erwägen erhöhte Beimischungsquoten. In Europa hat Rumänien hingegen beschlossen, die Pflicht zur 8 % Beimischung von Biokraftstoffen zu Benzin auszusetzen, da diese die Preise für Kraftstoff im Straßenverkehr erhöhe. Die traditionelle Wartungssaison in europäischen Raffinerien findet überwiegend im März und April statt. Laut Argus Daten sollten im März rund 800.000 bl/Tag Rohöldestillationskapazität außer Betrieb sein, im April rund 200.000 bl/Tag. Viele europäische Raffinerien haben sich dagegen entschieden, Wartungsarbeiten zu verkürzen oder zu verschieben, da die Kosten für eine Verlegung oder gar Absage höher ausfallen könnten als mögliche Gewinne durch höhere Margen aufgrund der Störung der Produktströme. Seit Beginn des US-Iran Krieges sind die Raffineriemargen für Kraftstoffe — insbesondere Diesel — auf die höchsten Niveaus seit den ersten Monaten des Russland-Ukraine Krieges im Jahr 2022 gestiegen. Während die EU eine hohe Raffinerieauslastung anmahnt, sieht Orlens tschechische Tochter Orlen Unipetrol durch die Behinderungen der Produktströme über die Straße von Hormus die eigene Produktion "ernsthaft bedroht". "Infolge der Eskalation der internationalen geopolitischen Lage stehen wir derzeit vor Störungen in der Lieferkette und erheblichen Einschränkungen bei der Versorgung mit Rohstoffen, die unser Unternehmen in seinen Produktionsprozessen verwendet", erklärte das Unternehmen zur Begründung seiner Force Majeure Erklärung. Die Störungen gefährdeten die Ölverarbeitung in in der 108.000 bl/Tag Raffinerie in Litvínov sowie die Produktion in der integrierten Ethylen Einheit und den Polymerisationsanlagen, hieß es weiter. Die Force Majeure Erklärung folgt auf eine ungeplante Reduzierung der Produktion im integrierten Petrochemiekomplex von Orlen an der 327.000 bl/Tag Raffinerie Plock in Polen, nachdem das Unternehmen Rohstoffe zugunsten der Kraftstoffproduktion umgeleitet hatte. Eine weitere Unipetrol Raffinerie, die 63.000 bl/Tag Anlage Kralupy, befindet sich derzeit in einer planmäßigen Revision, die alle vier Jahre stattfindet und Mitte März begann und bis Ende April beziehungsweise Anfang Mai dauern soll. Sorge vor künstlicher Stützung der Nachfrage durch Markteingriffe Neben der Verschiebung nicht-notwendiger Raffineriewartungen mahnt die EU auch Maßnahmen zur Begrenzung der Nachfrage an. Dies deckt sich mit der Einschätzung diverser Marktteilnehmer, dass nationale staatliche Eingriffe zur Preissenkung im Endeffekt einen preissteigernden Effekt entfalten werden. Steuersenkungen auf Kraftstoffe sollen laut den jeweiligen Regierungen kurzfristig die Endverbraucherpreise senken, und Subventionen sollen den Verbrauchern helfen, hohe Preise zu bezahlen — aber beide Maßnahmen regen parallel auch die Nachfrage an. Dies würde tendenziell die internationalen Preise stützen, insbesondere in einem Markt wie dem derzeitigen, der mit begrenzten Importmöglichkeiten kämpft. Kraftstoffsteuersenkungen sind in Europa bislang die beliebteste Maßnahme: Italien, Spanien, Portugal, Norwegen, Schweden, Polen, Österreich, die Slowakei und Slowenien haben solche angekündigt. Das Vereinigte Königreich hat Subventionen für Heizölhaushalte eingeführt. Darüber hinaus senken Exportbeschränkungen zwar die inländischen Preise, stützen aber die internationalen Preise, da sie Produktvolumen innerhalb der Landesgrenzen festhalten. Einige europäische Maßnahmen haben diesen Effekt, etwa in Bulgarien, das laut einem lokalen Händler die Erteilung von Exportgenehmigungen mindestens bis zum 12. April ausgesetzt hat. Rumänien verlangt nun staatliche Zustimmung für den Export von Diesel oder Benzin. Die Slowakei hat angedeutet, dass sie Exporte einschränken wird. Währenddessen wäre eine Rationierung der direkteste Weg, Preise zu senken — indem die Nachfrage an das Angebot angepasst wird — aber sie ist in Europa bislang selten. Nur die Slowakei und Slowenien haben Kaufmengenbegrenzungen für Straßenkraftstoffe eingeführt, weitere Länder könnten bald folgen. Preisobergrenzen hingegen klingen für Verbraucher oft attraktiver und können internationale Preise sogar senken: Zwischenhändler zahlen möglicherweise weniger, weil sie den Preis nicht an ihre Kunden weitergeben dürfen. Aber Preisobergrenzen führen in der Regel auch zu einem Rückgang des lokalen Angebots, weil Anbieter naturgemäß versuchen, möglichst viel Produkt in Märkte zu verkaufen, in denen die Preise nicht gedeckelt sind. Deshalb werden Preisobergrenzen häufig abgeschwächt, um diese Nebenwirkungen zu vermeiden. Ungarn etwa hat die Kraftstoffpreise nur für Autos mit inländischem Kennzeichen gedeckelt, nicht jedoch für andere Fahrzeuge. Von Johannes Guhlke und Tomasz Stepien Senden Sie Kommentare und fordern Sie weitere Informationen an feedback@argusmedia.com Copyright © 2026. Argus Media group . Alle Rechte vorbehalten.

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Europa uneins: Wie Verbraucher entlastet werden sollen


31.03.26
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31.03.26

Europa uneins: Wie Verbraucher entlastet werden sollen

Hamburg, 31 March (Argus) — Mehrere europäische Länder haben nach Ausbruch des Irankriegs Maßnahmen ergriffen, um die steigenden Kraftstoffkosten für Verbraucher und Unternehmen abzufedern. Dazu gehören Steuersenkungen, Preisobergrenzen, die Freigabe strategischer Ölreserven und Anpassungen der Marktregulierung. Polen Polen hat die Steuern auf Kraftstoffe vorübergehend gesenkt und einen befristeten Mechanismus zur Deckelung der Kraftstoffeinzelhandelspreise eingeführt, um die Auswirkungen des Irankriegs auf die Preise an der Zapfsäule zu begrenzen. Das Gesetz wurde im Eilverfahren durch das Parlament gebracht und von Präsident Karol Nawrocki in den späten Abendstunden des 27. März unterzeichnet. Die Regelung erlaubt dem Finanzministerium, Kraftstoffsteuern bis zum 30. Juni zu senken. Am Wochenende veröffentlichte das Ministerium Bestimmungen, die die Verbrauchssteuer auf Benzin um 19 %und auf Diesel um 24 % unter den üblichen Satz senken. Die reduzierten Sätze — 1.239 Zloty/1.000l (288,71 €/1.000l) für Benzin und 880 Zloty/1.000l für Diesel und Biodiesel — gelten von Ende März bis 15. April. Zudem senkte das Ministerium die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe vom 31. März bis 30. April von 23 % auf 8 %. Die Verordnung führt außerdem einen Mechanismus für die Begrenzung von Einzelhandelspreisen ein. Die Höchstpreise für den 31. März wurden auf 7,6 Zloty/l (1,77 €/l) für Diesel, 6,16 Zloty/l (1,44 €/l) für 95 Oktan Benzin und 6,76 Zloty/l ($1,58 €/l) für 98 Oktan Benzin festgelegt. Diese Werte liegen im Durchschnitt etwa 15 % unter den Einzelhandelspreisen vor den Steuersenkungen. Die staatliche Berechnung geht von einer Einzelhandelsmarge von 0,3 Zloty/l aus, während die meisten Händler 0,4 Zloty/l als fair ansehen, sagte Unimot-Chef Adam Sikorski. Unimot berichtet, dass die Nachfrage nach Diesel und Benzin in Polen — nach einem anfänglichen Anstieg zu Beginn des Kriegs im Nahen Osten — ab der zweiten Märzwoche unter das durchschnittliche Februar-Niveau gefallen sei. Besonders schwach sei die Nachfrage in der vergangenen Woche gewesen, als die Großhandelsauslieferungen von Unimot rund 17 % unter dem Februar-Wochenschnitt lagen, da Händler ihre Zukäufe in Erwartung der Steuersenkungen verschoben. Die Versorgung mit Diesel und Benzin sei weiterhin ausreichend, obwohl Importeure "um jedes Barrel kämpfen" und steigende Importprämien tragen müssen, sagte Sikorski. Importeure profitieren von einer erhöhten Inlandsprämie — der Differenz zwischen polnischen Großhandelspreisen und den Notierungen im Handelszentrum Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA). Die Inlandsprämie sei seit Kriegsbeginn um rund 30 % gestiegen und liege bei etwa 850 Zloty/m³ (198 €/m³) für Diesel und 795 Zloty/m³ für unverbleites Benzin. Sikorski warnte jedoch, dass ein globaler Angebotsengpass im weiteren Frühjahr auch Polen treffen könnte, falls der Krieg weiterhin Exporte aus dem Nahen Osten stört. Frankreich Frankreich hat ebenfalls gezielte Maßnahmen beschlossen, darunter eine Kraftstoffkostenentlastung von 0,20 €/l für kleine und mittelgroße Unternehmen im April 2026, mit Gesamtkosten von 50 Mio. €. Die Regierung forderte Raffinerien zudem auf, die Produktion zu erhöhen. Betreiber der Raffinerie Port Jérôme (236.000 bl/Tag) von North Atlantic sagte eine Produktionssteigerung um 10 % für bestimmte Kraftstoffe zu. Darüber hinaus wurden die Vorgaben zum Cloud Filter Plugging Point (CFPP) für Diesel von 15°C auf 0°C gelockert — etwas früher als zum 1. April 2026 — um den Druck auf die Jet Fuel Versorgung zu mindern. TotalEnergies stimmte zu, seine Preise ab dem 13. März 2026 auf 1,99 €/l für Benzin und 2,09 €/l für Diesel zu deckeln. Österreich Die österreichische Regierung erhält ab Anfang April 2026 die Möglichkeit, Kraftstoffpreise zu senken. Vorgesehen ist eine Steuerreduzierung um 5 ct/l für Diesel und Benzin. Zudem können Gewinnmargen der Branche begrenzt werden, falls die Nettopreise innerhalb von zwei Monaten um mehr als 30 % steigen — mit dem Ziel einer zusätzlichen Entlastung von 5 ct/l. Preiserhöhungen an Tankstellen werden bis Mitte April 2026 auf maximal drei pro Woche begrenzt. Italien Italien hat am 19. März 2026 ein Dekret verabschiedet, das die Preise an der Zapfsäule um 25 ct/l für Benzin und Diesel sowie um 12 ct/l für LPG senkt. Das Dekret umfasst zudem Maßnahmen zur Eindämmung von Spekulation, zur stärkeren Überwachung der Kraftstoffpreise und verpflichtet Mineralölunternehmen zur Veröffentlichung von empfohlenen Preisen. Für den Straßengüterverkehr wurden außerdem Steuererleichterungen für drei Monate angekündigt. Zuvor hatte Italiens Premierminister angesichts der steigenden Kraftstoffpreise eine sofortige Aussetzung des EU ETS für fossile Brennstoffproduzenten gefordert. Finnland Finnland prüft Optionen für gezielte Maßnahmen und erwägt eine mögliche Freigabe strategischer Ölbestände, die von Staat und Industrie gehalten werden. Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass Helsinki 1,8 Mio. bl freigeben wird. Finnland schloss sich zudem einem Non-Paper an, das sich gegen grundlegende Änderungen oder eine Aussetzung des EU Emissionshandelssystems (ETS) richtet. Dänemark Dänemark wird im Rahmen der IEA Freigabe 200.000 m³ Mineralölprodukte ausgeben, darunter 5.000 m³ Flugkraftstoff, 25.000 m³ Diesel und 10.000 m³ Benzin. Weitere nationale Maßnahmen wurden bislang nicht angekündigt. Dänemark sprach sich ebenfalls für den Fortbestand des EU ETS aus. Norwegen Norwegen setzt ab dem 1. April 2026 für fünf Monate sämtliche Steuern auf Straßenkraftstoffe aus. Die Maßnahme gilt sowohl für fossile als auch für biogene Bestandteile der Endmischung und senkt die Kosten um 3,53 Nkr/l (0,31 €/l) für eine E15 Benzinmischung und um 2,28 Nkr/l für Diesel. Die Gesamtkosten dieser Entlastung werden auf rund 3,3 Mrd. Nkr (294,2 Mio. €) geschätzt. Norwegen stellt zudem 400.000 Barrel im Rahmen der Freigabe der IEA bereit. Schweden Schweden senkt seine Straßenkraftstoffsteuer auf das EU Mindestniveau — 359 €/1.000l für unverbleites Benzin und 330 €/1.000l für Gasöl. Die Steuersenkung für Benzin und Diesel tritt am 1. Mai 2026 in Kraft. Im Rahmen der IEA Freigabe plant Schweden zudem, 2,1 Mio. Barrel Ölprodukte bereitzustellen. Baltische Staaten (Litauen, Lettland, Estland) Die baltischen Staaten koordinieren mit der IEA die Freigabe von insgesamt 154.000 t Öläquivalenten. Litauen ordnete die Freigabe von 80.000 t Rohölreserven an, während Lettland die Freigabe von 40.000 t Ölbeständen erwägt. Zusätzlich sollen die Kraftstoffverbrauchssteuern gesenkt werden. Estland gibt 34.000 t Mineralölprodukte frei und wird eine bereits geplante Erhöhung der Kraftstoffsteuern aussetzen. Deutschland Deutschland hat ein Maßnahmenpaket beschlossen , um auf steigende Kraftstoffpreise zu reagieren. Zudem kündigte die Bundesregierung die Freigabe nationaler Ölreserven an, um die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die internationale Ölversorgung abzufedern. Ein bayrischer Staatsminister forderte darüber hinaus die Aussetzung des nationalen CO₂-Preises auf Kraftstoffe. Der Anstieg der Kraftstoffpreise in Deutschland lag im Vergleich zu EU-Nachbarländern im mittleren Bereich. Von Marc Hauschild und Tomasz Stepien Senden Sie Kommentare und fordern Sie weitere Informationen an feedback@argusmedia.com Copyright © 2026. Argus Media group . Alle Rechte vorbehalten.

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Beweislastumkehr für Preissteigerungen tritt in Kraft


30.03.26
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Beweislastumkehr für Preissteigerungen tritt in Kraft

Hamburg, 30 March (Argus) — Am 1. April tritt das Kraftstoffmaßnahmenpaket der Bundesregierung in Kraft - eine Reaktion auf die durch den Iran-Krieg gestiegenen Kraftstoffpreise. Neben der Begrenzung der Preiserhöhungen an Tankstellen auf einmal täglich verschärft der Gesetzgeber mit der neuen Beweislastumkehr die Anforderungen an Transparenz und Dokumentation in der Kraftstofflieferkette. Anbieter müssen künftig deutlich umfangreicher belegen, wie sich ihre Kosten und Preise entwickeln. Mit der Einführung der Beweislastumkehr wird der Kraftstoffbranche eine neue Transparenzpflicht auferlegt. Sobald Preise steigen, müssen die Anbieter in Großhandel und Raffinerieebene in der Lage sein nachzuweisen, dass ihre Kosten diese Entwicklung rechtfertigen – detailliert und vollständig. Die Beweislastumkehr bedeutet im Kern, dass nicht mehr das Bundeskartellamt beweisen muss, dass Mineralölkonzerne ihre Preise zu Unrecht erhöht haben, sondern die Unternehmen nachweisen müssen, dass ihre Preissteigerungen durch höhere Kosten gerechtfertigt sind. Wer Kraftstoff verteuert, muss auf Nachfrage sämtliche Kosten offenlegen – inklusive ihrer Zuordnung und ihrer Marktüblichkeit. Übersteigen einzelne Kostenblöcke das übliche Niveau deutlich, greift eine zusätzliche Prüfung: Die Angemessenheit dieser Kosten muss belegt werden. Kosten, die sich unter Wettbewerbsbedingungen nicht einstellen würden, werden nicht berücksichtigt – ein Mechanismus, der aus der Energieaufsicht bekannt ist. In der Praxis entsteht damit eine umfassende nachgelagerte Kosten- und Preiskontrolle, die die gesamte vorgelagerte Lieferkette umfasst. Umfassende Dokumentationspflicht Proaktiv melden müssen sich die Unternehmen nicht. Aber sie müssen fortlaufend sämtliche Kosten ihrer Marktaktivitäten behördensicher dokumentieren. Diese Informationen müssen jederzeit vorgelegt werden können, falls das Bundeskartellamt eine Preisentwicklung überprüft. Das Amt kann jede Preiserhöhung prüfen – unabhängig von Zeitpunkt oder Höhe. Betroffen ist jede vorgelagerte Marktstufe Die Beweislastumkehr gilt nicht für Tankstellen, sondern für Unternehmen in den vorgelagerten Handelsstufen, wie Raffinerien und Großhandel. Betroffen sind auch Unternehmen mit relativer Marktmacht, nicht nur marktbeherrschende Anbieter. Wenn der Nachweis scheitert, drohen Sanktionen Die Regelung in § 29a Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) bezieht sich nicht nur auf Preise, sondern auch auf das Kostenniveau der Unternehmen. Wer Kosten oder deren Marktüblichkeit nicht hinreichend belegt, riskiert ein Ordnungswidrigkeitenverfahren. Möglich sind Sanktionen von bis zu 10 % des Jahresumsatzes. Auch Gewinnabschöpfungen sollen möglich sein. Während das Bundeskartellamt in seinem Quartalsbericht die neue Beweislastumkehr als hilfreiches Instrument zur effizienteren Kontrolle der Kostenstrukturen der Mineralölunternehmen einordnet, bewertet die Branche den Schritt deutlich kritischer. Der Verband en2x verweist darauf, dass der aktuelle Quartalsbericht der Behörde keine Hinweise auf systematische Preistreiberei liefert und sieht damit die Grundlage für die Gesetzesverschärfung als nicht gegeben. Von Gabriele Zindel Senden Sie Kommentare und fordern Sie weitere Informationen an feedback@argusmedia.com Copyright © 2026. Argus Media group . Alle Rechte vorbehalten.

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Deutsche Anbieter exportieren Mitteldestillate nach ARA


25.03.26
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25.03.26

Deutsche Anbieter exportieren Mitteldestillate nach ARA

Hamburg, 25 March (Argus) — Anbieter in Deutschland exportieren seit Anfang KW 12 Mitteldestillate über den Rhein nach ARA, anstatt wie gewöhnlich Produkt von dort zu importieren. Der Umschwung wird laut Marktteilnehmern vor allem durch den schwachen Absatz und Abnahmeverpflichtungen bis Monatsende ausgelöst. Verkäufer verschiffen derzeit aus Karlsruhe, Gelsenkirchen, Godorf und Speyer vor allem Heizöl- und Diesel per Barge rheinabwärts. Die Frachtraten für kurze Strecken sind dabei nahezu auf dem selben Niveau wie für Transporte rheinaufwärts, so Reeder. Auf langen Strecken wie ab Speyer oder Karlsruhe liegen die Raten etwa um die Hälfte tiefer, da die Bargen flussabwärts mit der Strömung fahren und weniger Treibstoff verbrauchen. Der aktuelle Exportfluss von Deutschland zum Handelszentrum Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) ist ungewöhnlich, da Deutschland für Mitteldestillate üblicherweise auf Importe angewiesen ist. Dies spricht für hohen Mengendruck im deutschen Markt. Die Heizölnachfrage ist nach dem Beginn des Kriegs im Iran nur für wenige Tage angestiegen, dann aber komplett eingebrochen. Die anhaltend hohen Preise und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung halten Verbraucher vom Kauf ab. Die an Argus übermittelten Spotverkaufsmengen für Heizöl liegen im März bisher knapp 60 % unter denen im Vergleichszeitraum 2025. Allerdings war die Heizölnachfrage im März 2025 aufgrund niedriger Preise verhältnismäßig hoch . Der Dieselabsatz ist im März 2026 im Vorjahresvergleich zwar um 10 % angestiegen. Seit Jahresbeginn betrachtet sind die Dieselmengen allerdings um über 10 % zurückgegangen. Während Anbieter in Deutschland also Mengendruck verspüren dürften, könnten Händler in ARA wiederum interessiert daran sein, ihre Dieselbestände aufzubauen, da sie eine Knappheit im April fürchten , falls Schiffe die Straße von Hormus nicht bald wieder passieren können. Staaten am Persischen Golf liefern etwa 5 % des europäischen Dieselbedarfs. Ersatzlieferungen aus andern Regionen sind kaum möglich, da die Krise den gesamten Weltmarkt betrifft. Und für deutsche Raffineure und Verkäufer scheint es lohnender zu, die Ware nach ARA zu exportieren, als sie im Inlandsmarkt mit hohen Abschlägen zu verkaufen oder eine Pönale bei Nichterfüllung der Monatskontrakte zu zahlen. Von Gabriele Zindel FOB ARA und Großhandelspreise Senden Sie Kommentare und fordern Sie weitere Informationen an feedback@argusmedia.com Copyright © 2026. Argus Media group . Alle Rechte vorbehalten.

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HVO: Aufschlag zu B7-Diesel an Tankstellen sinkt weiter


11.03.26
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11.03.26

HVO: Aufschlag zu B7-Diesel an Tankstellen sinkt weiter

Hamburg, 11 March (Argus) — Der Preisaufschlag von HVO100 zu B7-Diesel an Zapfsäulen in Deutschland ist im März noch einmal zurückgegangen. Dies ist primär auf den rasanten Preisanstieg von fossilem Diesel im Zuge des Iran-Krieges zurückzuführen. Aktuell beträgt der Aufpreis an vielen Tankstellen nur noch zwischen 8 ct/l und 10 ct/l. Dies ergibt eine Argus -Analyse auf Basis der Daten von clever-tanken und Auskünften von Tankstellenbetreibern. Im Januar lag die Differenz noch bei rund 12 ct/l. Im Herbst 2025 wurden vereinzelt sogar Aufschläge zwischen 16 ct/l und 19 ct/l beobachtet. Im März 2026 zeigen sich zudem starke Unterschiede in der Preisgestaltung: Einige Tankstellen verlangen weiterhin höhere Aufschläge, um Einkaufskosten abzudecken, während einzelne Betreiber HVO100 sogar auf demselben Preisniveau wie B7-Diesel anbieten, um das Produkt stärker im Endkundenmarkt zu etablieren. Händler und Betreiber führen die Preisentwicklung an den Zapfsäulen vor allem auf die deutlich gesunkenen Großhandelsdifferenzen zurück. Diese waren im März auf ein historisches Tief von rund 2,30 €/100 l gefallen. In der Region Süd war HVO sogar kurzzeitig günstiger als Diesel. Da viele Inverkehrbringer ihre HVO-Preise weiterhin an Dieselbenchmarks koppeln, wirkt sich die starke Volatilität der Dieselpreise im Großhandel — verursacht durch den jüngsten Preisanstieg der ICE Gasoil Futures im Zuge des Iran-Konfliktes — teilweise auch auf HVO aus. Diese Benchmarks sind aber nur ein Bestandteil der Preisgestaltung für HVO. Die Grundstoffe für die Herstellung von HVO sind gleichzeitig deutlich weniger volatil. Entsprechend nimmt der Preiswettbewerb an der Zapfsäule zu. Kontinuierlicher Nachfrageanstieg Besonders Flottenbetreiber fragen vermehrt HVO nach, während private Verbraucher laut Händlern bislang eher moderate Mengen abrufen. Mehrere Tankstellenbetreiber berichten gegenüber Argus , dass die HVO-Nachfrage an Tankstellen für Industriekunden teilweise zwischen 60 m³ und 70 m³ pro Monat liegt. Tankstellen mit einem größeren Fokus auf Privatkunden setzen vielerorts zwischen 10 m³ und 15 m³ HVO pro Monat um. Absatzmengen an Tankstellen mit gemischter Kundschaft lägen zwischen 25 m³ und 35 m³ pro Monat, allerdings kommt es auch hier zu regionalen Unterschieden. Für 2025 schätzt Argus den Gesamtverbrauch in Deutschland auf rund 1,2 Mrd. l, während der Markt 2026 auf etwa 2,6 Mrd. l wachsen könnte. Dieser stetige Zuwachs ist primär auf gesetzliche Vorgaben wie die Treibhausgasminderungsquote zurückzuführen, welche unter anderem durch das Inverkehrbringen von HVO erfüllt werden kann. Auch sorgt der Anstieg der CO2-Bepreisung für einen Nachfrageanstieg, da die Preise von konventionellen Diesel dadurch tendenziell steigen, während HVO hiervon nicht betroffen ist. Von Marcel Pott Senden Sie Kommentare und fordern Sie weitere Informationen an feedback@argusmedia.com Copyright © 2026. Argus Media group . Alle Rechte vorbehalten.

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